Deutsche Autobranche

Die Konkurrenz drängelt ziemlich

von Redaktion

VON ANDREAS HÖSS

Geht es um deutsche Autos, war über Jahrzehnte klar, wo man diese sinnbildlich fand: Natürlich auf der linken Spur! Dort zogen sie mit Überholprestige souverän am Rest der Autowelt vorbei. Heute sieht die Sache leider anders aus. Denn da drängeln von hinten Konkurrenten wie Tesla, und zwar mit Lichthupe und Blinker links.

Im Moment setzt der US-Pionier für E-Autos die Branche mit Rabatten unter Druck. VW sagt zwar, dass man sich davon nicht ärgern lasse, zieht aber wohl nach und bietet den aufgefrischten ID.3 bald offenbar ebenfalls günstiger an. Und während deutsche Autohersteller in China nur homöopathische Dosen ihrer E-Modelle verkaufen, blicken deutsche Autofahrer immer öfter auf Heckklappen chinesischer Stromer von Aiways, Nio, MG, Lynk & Co, Polestar oder BYD oder von Kia und Hyundai aus Korea. Wer sich auf das Abenteuer E-Auto einlässt, ist anscheinend bereit, gleich etwas ganz Neues auszuprobieren – zumal diese Autos auch nicht so viel schlechter sind als die deutsche Konkurrenz, dafür aber billiger.

So wie es aussieht, rächt es sich gerade, dass die selbstbewussten Deutschen die Elektromobilität lange nicht ernst genommen haben. Das zeigt auch ein Blick auf die Börse, wo bekanntlich die Zukunft gehandelt wird. Dort ist Tesla seit Jahren viel mehr wert als alle deutschen Hersteller zusammen, BYD aus China ist bereits auf Augenhöhe. Klar, das ist nur eine Momentaufnahme, so wie ein Blitzerfoto. Eine Warnung ist es aber trotzdem.

Andreas.Hoess@ovb.net

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