Diese Jahresversammlung der Jäger in Hof war Antiwerbung für die Belange der Jagd. Haben die Jäger keine wichtigeren Themen, als sich in stundenlangen Kleinkriegen über Satzungsfragen runterzuputzen? Inhaltliche Diskussionen – Fehlanzeige. Dabei wäre eine sauber geführte Argumentation der Jäger zu den Problemen von Jagd und Wald sehr wichtig. Unstrittig ist, dass es dem Wald schlecht geht und diese Probleme möglichst unideologisch angegangen werden müssen. Und unstrittig ist zweitens, dass dazu auch die Zusammenarbeit mit den Landwirten und Naturschützern wichtig ist. Stattdessen werden auf Funktionärsebene Konflikte künstlich geschürt, die für die Sache kontraproduktiv sind.
Es ist dabei egal, ob man jetzt Anhänger der These „Wald vor Wild“ oder „Wild vor Wald“ ist. Das sind Schlagworte, Worthülsen. Wahrscheinlich ist es einfach „Wald und Wild“. Natürlich setzt neben Trockenheit und Klimawandel auch der Verbiss dem Wald zu. Aber auch der Rückgang natürlicher Lebensräume – wo gibt es denn noch Hecken auf freier Flur für das vom Aussterben bedrohte Niederwild? – ist ein Problem. Das sind Themen, um die sich die Jäger kümmern müssen. Stattdessen versank der Hofer Landesjägertag in einer peinlichen Selbstbespiegelung und dem Austausch persönlicher Eitelkeiten. Ernst Weidenbusch, der als Präsident der Abwahl entgangen ist, hat jetzt zugesichert, er wolle die Gräben zuschütten. Das wird schwierig. Es wäre schon viel gewonnen, wenn sich alle Kontrahenten künftig eine Spur zurücknähmen.
Dirk.Walter@ovb.net