Drei Jahre Schwerstarbeit – Hoffnungen, Bangen, Enttäuschungen, Tränen und auch Erleichterung – liegen hinter den katholischen Bischöfen und Laien, die sich im Synodalen Weg die Aufgabe gestellt hatten, Weichen für die Zukunft der Kirche zu stellen. Ausgangspunkt war, und das sollte man nie vergessen, der Missbrauchsskandal.
Die Delegierten haben sich nichts geschenkt: Die Bischöfe haben im verlangten Gehorsam gegenüber dem Papst und aus Sorge um die Einheit in den eigenen Reihen mehrere Texte – etwa das Frauenpapier – so verwässert, dass die Synodalen nur zustimmen konnten, weil sie das Reformprojekt nicht platzen lassen wollten. Zurück bleiben Verwundungen und das, was Papst Franziskus schon mehrfach formuliert hat: eine verbeulte Kirche.
Aber der Synodale Weg ist trotzdem nicht gescheitert. Mit der Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt, den Segensfeiern für homosexuelle und wieder verheiratete Paare, der Predigterlaubnis für Nichtgeweihte in der Messe und dem Votum für Diakoninnen sind erste Weichen gestellt. Die Bischöfe wissen: Diese Reformschritte werden die Austrittszahlen nicht radikal stoppen. Aber sie geben vielen Frauen und Männern, die sich (noch) engagieren, eine Hoffnung, dass Kirche sich doch verändern kann. Wenn auch unglaublich langsam. Die Zeit der idealisierten Hochglanz-Kirche ist längst vorbei.
Claudia.Moellers@ovb.net