Rettung der Silicon Valley Bank

Rettung mit Fragen

von Redaktion

VON FRIEDEMANN DIEDERICHS

Der Kollaps der „Silicon Valley Bank“ (SVB), die jetzt von den Finanzbehörden verwaltet wird, hat die US-Regierung unter enormen Druck gesetzt. Allen voran Präsident Joe Biden, der in einer überraschend angesetzten TV-Ansprache den Bürgern versicherte, das Bankensystem sei „sicher“. Gleichzeitig entschied das Weiße Haus, dass alle Kundeneinlagen der SVB und einer zweiten Bank den Betroffenen in voller Höhe erstattet werden sollen. Diese unerwartete Rettung geht weit über die üblichen staatlichen Garantien hinaus und hat den Zweck, einer Pandemie in Sachen Verunsicherung, zahlreichen Job-Verlusten bei betroffenen Unternehmen und Panikhandlungen bei anderen Banken vorzubeugen.

Die Frage, ob diese Maßnahmen wirklich helfen, wird in den kommenden Monaten beantwortet werden. Denn einige unangenehme Fakten kann auch der Präsident nicht wegreden. Da ist die Frage einer effektiven Bankenaufsicht – und wie es überhaupt zum Kollaps der SVB kommen konnte, die auch hunderte von US-Start-ups bediente. Die Wall-Street-Bankenkrise von 2008 hätte eigentlich zu stringenten Regeln führen müssen. Und wie viele andere Banken wackeln noch? Für Biden ist es angesichts seiner Wiederwahl-Ambitionen auch ein politisches Gebot, alles zu versuchen, nun kein erneutes Fiasko zuzulassen. Doch das kommt zu einem hohen Preis. Am Ende sind es immer die Bürger, die zahlen müssen.

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