Ministerin in Taiwan – Ärger in Peking

von Redaktion

Taipeh/Berlin – Als erstes deutsches Regierungsmitglied seit mehr als zwei Jahrzehnten besucht Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger Taiwan. Die FDP-Politikerin begann gestern ihre mehrtägige Reise in den demokratisch regierten Inselstaat. In der Hauptstadt Taipeh sind heute und morgen Gespräche mit Regierung, Wissenschaft und Wirtschaft geplant. Nach Angaben der Bundesregierung ist es der erste deutsche Besuch eines Kabinettsmitglieds seit 1997. Damals war der inzwischen verstorbene Wirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP) in Taiwan.

Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen China und Taiwan hat die Reise Signalwirkung. Taiwan betrachtet sich als unabhängig, für China gehört die Insel zur Volksrepublik. Peking lehnt jede Form offizieller diplomatischer Kontakte zwischen Taiwan und anderen Ländern ab. Die Ministerin sprach von einer „erkundungs- und forschungspolitischen“ Reise. Schwerpunkt sei die verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Halbleiterforschung, grüner Wasserstoff und Batterieforschung. Die chinesische Botschaft in Berlin hatte sich vorab über die Reise verärgert gezeigt.

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