Berlin – Im Bundestag sitzt Sahra Wagenknecht inzwischen oft in hinterster Reihe – was die Einnahmen betrifft, spielt die Linken-Politikerin allerdings ganz vorne mit. Kurz vor Ablauf einer Frist hat sie ihre Nebeneinkünfte seit 2021 veröffentlicht. Mit dem Ergebnis dürfte die 53-Jährige zu den Spitzenverdienern im Parlament gehören.
In besagtem Zeitraum hat Wagenknecht laut ihrem Abgeordnetenprofil 792 961,43 Euro verdient; der Großteil, 720 868,99 Euro, gehen auf Verkäufe ihres Buches „Die Selbstgerechten“ zurück, in dem sie sich kritisch mit ihrer eigenen Partei auseinandersetzt. Der Rest der Einnahmen setzt sich aus Vortrags- und Veranstaltungshonoraren sowie publizistischen Tätigkeiten zusammen.
Seit der Verschärfung der Transparenzregeln im Bundestag sind alle Parlamentarier verpflichtet, ihre Nebeneinkünfte ab 1000 Euro pro Monat detailliert offenzulegen – und zwar bis Ostern. Noch sind dem nicht alle 736 Abgeordneten nachgekommen. In der vergangenen Legislaturperiode hatten laut „Spiegel“ nur vier von 709 Abgeordneten mehr Einnahmen als Wagenknecht jetzt. Zu beanstanden ist das nicht. Einzige Voraussetzung: Die Abgeordnetentätigkeit muss im Mittelpunkt stehen.
Ob das im Falle Wagenknechts noch so ist, dürften in den eigenen Reihen einige bezweifeln. Seit Monaten spielt sie mit dem Gedanken, eine neue Partei zu gründen, bis Jahresende will sie entscheiden. Linken-Chef Martin Schirdewan sagte am Montag, er sei „stinksauer“. Wagenknechts Verhalten sei „verantwortungslos“ und „parteischädigend“, sie müsse sich entscheiden und für Klarheit sorgen. Ob die Linken-Spitze ein Ausschlussverfahren erwägt, ist aber offen. mmä