IN KÜRZE

Ex-Wehrbeauftragter kritisiert Merkel Anklage gegen Querdenken-Initiator Gänswein als Nuntius nach Costa Rica? Entführter Journalist ist wieder frei

von Redaktion

Der frühere Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) geht mit der Verteidigungspolitik der Merkel-Ära hart ins Gericht. Trotz der russischen Krim-Annexion 2014 sei eine „Abrüstung im Blindflug“ fortgesetzt worden, sagte Bartels, heute Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, gestern in Berlin. Die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sei an einem Tiefpunkt. „Läge Deutschland nicht unter dem Atomschirm der USA, müssten wir schlaflose Nächte haben.“ Nun kämen die Lücken durch notwendige Materialabgaben an die Ukraine hinzu. „Hier hätte man sofort bei der Industrie nachbestellen müssen“, so Bartels. „Aber ein Jahr lang ist gar nichts geschehen.“

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen den Gründer der „Querdenken“-Bewegung, Michael Ballweg, erhoben. Das hat der Anwalt des 48-Jährigen am Dienstag bestätigt. Offen bleibt, was ihm konkret vorgeworfen wird. Dazu äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Ballwegs Anwalt sagte auf Anfrage, er wisse nur von der Anklageerhebung, ihm lägen aber keine Gründe vor. Das Landgericht Stuttgart muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt

Der langjährige Sekretär von Papst Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, könnte einem Medienbericht zufolge Vatikanbotschafter in Costa Rica werden. Der Heilige Stuhl habe vergangene Woche bei den dortigen Behörden die staatliche Erlaubnis für die Personalie erbeten, berichtet das spanischsprachige Religionsportal „Religion Digital“ unter Berufung aufkirchliche Quellen. Es sei üblich, dass diese Anfrage nicht beantwortet werde; dies könne der Vatikan dann als Freigabe auffassen. Eine Bestätigung im Vatikan war nicht zu erhalten.

Nach knapp zwei Jahren Geiselhaft in Westafrika ist der französische Journalist Olivier Dubois nach Frankreich zurückgekehrt. Seine Schwester und sein Vater nahmen ihn am Dienstag an einem Militärflugplatz südlich von Paris in Empfang. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßte Dubois und umarmte ihn. Der Journalist sagte Medienberichten zufolge, er habe nicht damit gerechnet, frei zu kommen. „Es ist enorm für mich, hier zu sein, frei zu sein.“ Dubois wurde 2021 in Mali von islamistischen Terroristen entführt, als er einen Terroranführer interviewen wollte. Ob und wie viel Lösegeld für seine Freilassung gezahlt wurde, blieb offen.

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