Zoff mit den Grünen

Scholz und die SPD sind schwer genervt

von Redaktion

VON GEORG ANASTASIADIS

Lange hat die SPD im Streit um Habecks Öl- und Gasheizungsverbot geschwiegen. Umso mehr erstaunt die Heftigkeit, mit der es nun aus ihr herausbricht: Kein gutes Haar lassen die Ministerpräsident(inn)en Manuela Schwesig, Stephan Weil und Malu Dreyer am grünen Herzensthema. Zu teuer, zu unsozial, zu weltfremd. Das wirkt orchestriert – und ist es wohl auch. Habecks Da-haben-wir-keinen-Bock-drauf-Wutanfall zeigt: Die Nerven liegen blank, jetzt auch zwischen den Ampelpartnern SPD und Grüne. Auch beim Verbrenner-Aus schlug sich der Kanzler demonstrativ ins Lager der FDP.

Bahnt sich da, nach dem Zerwürfnis zwischen Union und FDP, das nächste große Liebes-Aus in der deutschen Politik an? Es sieht so aus. In Berlin will die SPD von Franziska Giffey um keinen Preis der Welt mehr mit den Grünen weiterregieren. Und auch der Kanzler ist schwer genervt von der Oberlehrer-Attitüde, in der die selbstbewusste Außenministerin Annalena Baerbock ihn öffentlich maßregelt, am spektakulärsten während seiner Chinareise. Die SPD ist verbittert: Seit Jahren kettet sie sich an die Grünen, kassiert bei Wahlen aber meist Niederlagen, während die Grünen immer stärker werden und dabei immer ungenierter mit der CDU flirten, inklusive schwarz-grünen Liebesheiraten in NRW und Schleswig-Holstein.

Immer mehr dämmert den Genossen, dass sie es sind, die in der Beziehung mit den hippen urbanen Lifestyle-Grünen leiden – und dass ihre meist nicht so betuchten Wähler es gar nicht schick finden, wenn Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit von Klimakämpfern schikaniert, Besitzer kleiner Häuschen bis über die Schmerzgrenze hinaus finanziell bedrängt und Clan- und Silvesterrandale schöngeredet werden.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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