Der Gipfel der beiden Diktatoren Wladimir Putin und Xi Jinping hat nachdrücklich bewiesen, dass Russland und China ihre Freundschaft zementiert haben. Das sorgsam inszenierte Treffen zeigt auch, dass die Versuche von Washington und seinen Verbündeten, Moskau wegen des Überfalls auf die Ukraine und der dabei begangenen Kriegsverbrechen vollständig zu isolieren, zumindest teilweise gescheitert sind. Den „Friedensplan“ Pekings kann der Rest der Welt dabei getrost vernachlässigen. Denn die KP-Riege ist nicht der unparteiische Mittler, wie Xi jetzt behauptete. Putin und Xi stehen Seite an Seite, denn der Chinese will natürlich die Exporte seines Landes nach Russland ausweiten, dabei die westlichen Sanktionen weiter ausnutzen und grundsätzlich einen mächtigen Block gegen den Erzfeind USA bilden.
US-Präsident Joe Biden und die Regierungen in Berlin, London und Paris müssen nun entscheiden, ob sie die neue besorgniserregende Entwicklung achselzuckend akzeptieren – oder ihre Außenpolitik gegenüber China anpassen. Am härtesten würden Peking wohl Handelsbeschränkungen treffen, die sofort erlassen werden könnten, wenn es erste Beweise für eine militärische Zulieferung von chinesischem Gerät an Moskau für den Krieg gibt. Gar nichts tun wäre der falsche Ansatz. Und könnte Peking auch dazu ermuntern, seine Aggressionspläne gegenüber Taiwan in die Realität umzusetzen.
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