Es ist sein erster Staatsbesuch als König – und das sogar noch vor seiner Krönung im Mai: Dass Charles’ erste große Auslandsreise nach Deutschland führt, ist ein starkes Zeichen der Verbundenheit zwischen den beiden Ländern, die der britische Monarch, damals noch Prinz, schon 2020 in seiner bewegenden Rede vor dem Bundestag beschwor: „Wir werden immer Freunde, Partner und Verbündete sein.“
In der Tat: Die Sympathie, die Charles in Deutschland entgegenschlägt, ist riesig. Der König kommt, und Berlin steht kopf. Hunderte waren gestern schon früh morgens unterwegs, um am Nachmittag einen Blick auf Charles und Camilla zu erhaschen. Dass Charles in Deutschland so beliebt ist, das liegt sicher auch an seiner Biografie – seinem bewegten Leben, das einer langen Seifenoper gleicht, die sich kein Drehbuchautor hätte besser ausdenken können. Das seinerzeit medial inszenierte Scheidungsdrama mit Prinzessin Diana hat Charles, den ewigen Thronfolger, auf eine besondere Weise menschlich gemacht, wie man es wohl nur selten bei einem künftigen König erleben konnte. Und waren er und Camilla damals noch die Treulosen, die Diana Furchtbares angetan haben, so feiern die Menschen sie heute als Paar mit einer ganz besonderen Liebesgeschichte – und akzeptieren Camilla längst als Königin an Charles’ Seite.
Claudia.Muschiol@ovb.net