Grossi besorgt über Lage im AKW

von Redaktion

Putin räumt negativen Einfluss der westlichen Sanktionen ein

Kiew – Zum zweiten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) das russisch besetzte Kernkraftwerk Saporischschja besucht. Rafael Grossi zeigte sich gestern nach seiner Inspektion besorgt. „Offensichtlich verbessert sich die Situation nicht. Im Gegenteil, die militärischen Aktivitäten um das Gebiet nehmen zu“, sagte er nach Angaben russischer Medien. Er hatte Europas größtes Kernkraftwerk zuvor bereits im September besucht.

Grossi bekräftigte demnach Pläne zu einem Sicherheitskonzept für das AKW. Die russischen und die ukrainischen Truppen werfen sich gegenseitig Beschuss des Kernkraftwerks vor. Grossi sagte, dass nun mit beiden Seiten Sicherheitsvorkehrungen besprochen werden sollen, um einen atomaren Zwischenfall mit radioaktiven Auswirkungen zu verhindern.

Zu den derzeit am heftigsten umkämpften Gebieten gehört weiterhin die Stadt Bachmut. Nach einer Einschätzung der britischen Geheimdienste haben ukrainische Truppen dort zuletzt im Kampf gegen russische Wagner-Söldner für Entlastung gesorgt, indem sie die Wagner-Kämpfer von einer kleinen Landstraße zurückdrängten, die eine wichtige Nachschublinie für die Ukraine in die Stadt darstellt. Nach Einschätzung des in Washington ansässigen Instituts für Kriegsstudien (ISW) machte dagegen Wagner jüngst in Bachmut Boden gut. Das ISW geht davon aus, dass die Russen nun einen Industriekomplex im Norden der Stadt kontrollieren.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat erstmals öffentlich eingeräumt, dass die Sanktionen gegen die russische Wirtschaft sich „mittelfristig wirklich negativ“ auswirken könnten. Er ergänzte bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung der Regierung allerdings, dass die Arbeitslosigkeit in Russland „auf einem historischen Tiefstand“ bleibe, während die Inflation bis Ende März „unter vier Prozent“ sinken dürfte. Sie war im vergangenen Frühjahr stark auf fast 20 Prozent angestiegen.

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