Organspende-Vorstoß

von Redaktion

Holetschek will Widerspruchslösung

München – Vor drei Jahren entschied sich der Bundestag dagegen. Eine Abgeordnetengruppe um den damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seinen heutigen Nachfolger Karl Lauterbach (SPD) hatte sich für die sogenannte Widerspruchslösung eingesetzt, bei der jeder Bürger potenziell Organspender ist, außer er lehnt dies explizit ab. Der Gesetzentwurf wurde abgelehnt, stattdessen entschied man sich für eine verstärkte Aufklärung und Ansprache. Doch obwohl Umfragen zufolge viele Deutsche einer Organspende gegenüber eigentlich positiv eingestellt sind, sind die tatsächlichen Spendenzahlen noch immer niedrig.

Bayern will deshalb mit anderen Bundesländern nun einen neuen Anlauf für eine Widerspruchslösung starten. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte dazu der „Augsburger Allgemeinen“: „Details werden gerade erarbeitet.“ Die sechs bayerischen Universitätskliniken unterstützten den Vorstoß.

Vor der Entscheidung im Bundestag hatte sich Bayern hingegen nicht für eine Widerspruchslösung ausgesprochen. „Nach meiner persönlichen Einschätzung ist es fraglich, ob dieser Vorschlag derzeit den notwendigen breiten Rückhalt in der Bevölkerung hat“, hatte die damalige Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im Januar 2020 unserer Zeitung gesagt.  hor

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