Kein Schutz für den Kanzler-Airbus

von Redaktion

Bei neuen Regierungsmaschinen gibt es keine Raketenabwehr

Berlin – Kanzler Olaf Scholz verzichtet laut einem Zeitungsbericht bei der neuen Regierungsmaschine auf eine Raketenabwehr, wie sie in Staaten wie Frankreich oder USA üblich ist. Der Grund: Der geplante nachträgliche Einbau würde 229 Millionen Euro kosten und rund sechs Monate dauern.

Vor diesem Hintergrund ließ das Verteidigungsministerium beim Bundespräsidenten sowie im Kanzleramt und im Auswärtigen Amt nachfragen, ob „auf die weitere Einrüstung von Selbstschutzssystemen“ verzichtet werden solle, da „bei Flügen in Einsatz- und Risikogebiete weiterhin die sehr gut geschützte A400 M“ genutzt werden könne.

Laut „Bild am Sonntag“ hat der Kanzler dem Vorschlag zugestimmt und will auf ein System verzichten, das auf das Flugzeug abgeschossene Raketen per Laser ablenken und zerstören kann. CDU-Verteidigungsexperte Ingo Gädechens hält das für einen „irren Plan“: „Wir haben wieder Krieg auf europäischem Boden. Und die Regierung kommt auf die Idee, die Schutzsysteme der neuen Regierungsflieger zu streichen.“

Die Bundesregierung hatte 2019 insgesamt drei neue Regierungsmaschinen des Typs A350 bestellt, nachdem die alte Airbus-Flotte jahrelang durch Pannen von sich reden machte. Bei den Gesamtkosten von 1,2 Milliarden Euro waren 229 Millionen Euro für den Einbau der Selbstschutzsysteme eingeplant. Laut Verteidigungsministerium sei solch ein System „nicht marktverfügbar und müsste mit hohem Kosten- und Zeitaufwand entwickelt werden“.

KLAUS RIMPEL

Artikel 11 von 11