Helsinki – Bei der Parlamentswahl in Finnland lagen am Sonntagabend die Konservativen mit knapper Mehrheit vorn. Die Partei des früheren Finanzministers Petteri Orpo kam in der Hochrechnung des Rundfunksenders Yle am Sonntagabend auf 48 der 200 Mandate. Die rechtspopulistische Partei Die Finnen lag bei 46 Mandaten, die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Sanna Marin bei 43.
Ein erster Wahltrend unmittelbar nach dem Schließen der Wahllokale hatte Orpos Konservative und Marins Sozialdemokraten fast gleichauf gesehen. Noch am Abend erklärte Orpo seine Partei zur Gewinnerin der Parlamentswahl. „Wisst ihr was? Das war ein großer Sieg“, sagte der 53 Jahre alte Chef der bislang oppositionellen Nationalen Sammlungspartei vor jubelnden Anhängern in Helsinki. Sanna Marin räumte ihre Niederlage ein.
In dem nordischen Land mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern hatten 40 Prozent der Wahlberechtigten bereits im Voraus ihre Stimme abgegeben. In Finnland stellt die Partei mit den meisten Parlamentsmandaten traditionell den Regierungschef. Sanna Marin, die 2019 mit 34 Jahren ihr Amt übernommen hat, gilt als beliebt. Ihre Koalition umfasste fünf Parteien. Die Zentrumspartei hatte allerdings schon vor der Wahl angekündigt, nicht weiter mit den Sozialdemokraten koalieren zu wollen.
Auch in Bulgarien und Montenegro wurde gestern gewählt. Dabei hat der vom proserbischen Lager unterstützte Ökonom Jakov Milatovic nach ersten Prognosen die Präsidentenwahl in Montenegro gewonnen. Bei der Parlamentswahl in Bulgarien lag bei Redaktionsschluss der liberal-konservative prowestliche Block PP-DB mit kleinem Vorsprung vorn.