VON GEORG ANASTASIADIS
Neues vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Auf der Internet-Seite der „Tagesschau“ haben zwei Redakteurinnen einen Beitrag über den von der grünen Bundesfamilienministerin geplanten zweiwöchigen Sonderurlaub für den Partner (oder die Partnerin) der Mutter nach einer Geburt geschrieben, dabei aber den Begriff Mutter großräumig umkurvt. Mal ersetzten sie ihn durch „gebärende Person“, mal durch „entbindende Person“ – und begründeten das auf Nachfrage mit dem Bemühen, „niemanden diskriminieren“ zu wollen.
Das klingt schräg – und ist es auch. Wörter wie „Frau“ oder „Mutter“ sind auf dem Sprachindex einer sich besonders fortschrittlich wähnenden gesellschaftlichen Kaste gelandet, weil sie angeblich Transmenschen ausschließen und deren Gefühle verletzen. Das Zartgefühl der „Tagesschau“-Redakteurinnen in Ehren. Aber sie werden von den (zwangs-)gebührenpflichtigen Kunden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht für das Ausleben ihrer ganz persönlichen Marotten bezahlt – und auch nicht dafür, die Sender zu Experimentierfeldern für woke Umerziehungsversuche zu machen. Bereits das mehr oder weniger penetrante Gendern stößt die Mehrheitsgesellschaft vor den Kopf. Die Verwendung einer Gaga-Sprache, in der Begriffe wie „Mutter“ und „Frau“ geächtet sind, treibt diesen Unsinn auf die Spitze, weil sie in dem Bemühen, auch noch die winzigste Minderheit einzuschließen, die große Mehrheit ausgrenzt.
Wie weit will sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk eigentlich noch von den Menschen entfernen? Immerhin: Wie es scheint, waren die „gebärenden Personen“ jetzt selbst den Senderverantwortlichen zu viel. In einer aktualisierten Fassung des Textes taucht plötzlich die gute alte „Mutter“ wieder auf.
Georg.Anastasiadis@ovb.net