Krim: Gemischte Signale aus Kiew

von Redaktion

Selenskyj-Berater deutet nach Offensive Gesprächswillen an

München – Die Ukraine sendet mit Blick auf Verhandlungen über die annektierte Halbinsel Krim gemischte Signale. Während der Sprecher des Außenministeriums, Oleh Nikolenko, einen Vorschlag aus Brasilien, die Krim für einen Friedensschluss mit Russland aufzugeben, zurückwies, äußerte sich der Vize-Bürochef von Präsident Wolodymyr Selensky anders.

„Wenn wir auf dem Schlachtfeld unsere strategischen Ziele erreichen und an die Verwaltungsgrenzen der Krim gelangen, so sind wir bereit, die diplomatische Seite zu öffnen und die Sache zu bereden“, sagte Andrij Sybiha. Es ist der erste diplomatische Vorstoß Kiews seit dem Abbruch der Waffenstillstandsverhandlungen vor einem Jahr. Zuvor hatte US-Außenminister Antony Blinken Verhandlungen über die Krim nicht ausgeschlossen.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Ukraine noch einen konkreten Plan zur Eroberung der Krim. Westliche Militärexperten betonten jedoch wiederholt, dass diese Rückeroberung militärisch besonders schwierig sein wird. Zudem befürchten sie, dass dies zu einer massiven Eskalation des Krieges führen könnte – bis hin zum Einsatz von Atomwaffen.

Im Internet kursieren angebliche US-Geheimdokumente zu der erwarteten ukrainischen Offensive. Kiew erklärte, die Dokumente seien russische Fälschungen. Moskau ziele darauf ab, die Gegenoffensive zu stören, so Präsidentenberater Mychaijlo Podoljak. Die „New York Times“ hatte zuvor über Dokumente berichtet, wonach die ukrainischen Vorbereitungen für einen Gegenangriff am 30. April abgeschlossen sein sollten. Kiew solle bis zu 60 000 Soldaten mit mehr als 250 Panzern und mehr als 350 gepanzerten Fahrzeugen bereitgestellt haben.

Die tatsächlichen Pläne zur Rückeroberung der russisch besetzten Gebiete seien „höchstens drei bis fünf Personen“ bekannt, erklärte der Sekretär des ukrainischen Nationalen Sicherheitsrates, Olexij Danilow. Die Ukrainer würden schon erkennen, „wann es denn losgeht“. KLAUS RIMPEL

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