Schon gehört? CDU-Chef Friedrich Merz hat an der Frühschicht eines Krankenhauses im Hochsauerland teilgenommen. Haben Sie gar nicht mitbekommen? Dann sind Sie wahrscheinlich nicht auf Twitter.
Im sozialen Netzwerk wird der Spott seither großzügig über dem Politiker ausgegossen: Ausgerechnet Friedrich Merz, der beim Vermögensverwalter Blackrock Millionen verdient hat und Privatjet fliegt, lässt sich im blauen Pflegerkittel gemeinsam mit der Frühschicht einer Intensivstation ablichten. Das darf der doch nicht. Online-Medien sammeln sofort die lustigsten Aussprüche, die Twitter-Nutzer dem CDU-Mann im Gespräch mit einer Pflegekraft in den Mund gelegt haben. „2300 netto?! Pro Tag oder pro Woche?“, „Doppel-Schicht? Da kann man ja gleich hier pennen und die Miete sparen“. Haha, der Merz.
Damit kein Missverständnis aufkommt: Natürlich ist das alles eine reine PR-Veranstaltung. Für Merz genauso wie für das Krankenhaus, das den CDU-Chef schließlich in Person einer Pflegeschülerin zu diesem Termin eingeladen hat. Na und? Merz ist Politiker, Eigenwerbung gehört da zum Geschäft. Und wenn es eine Branche gibt, die ein bisschen PR gut gebrauchen kann, dann ist es die Pflege. Auf die Idee, dass es auch die Krankenhaus-Mitarbeiter vielleicht ganz gut finden könnten, dass einer der mächtigsten Politiker des Landes ihnen ein Mal zuhört, kommt irgendwie auch keiner. Die Social-Media-Welt will sich von so etwas nur ungern beim Auslachen stören lassen.
Sebastian.Horsch@ovb.net