Absage an Silbereisen & Co.

So einfach ist die Sache nicht

von Redaktion

VON STEFANIE THYSSEN

Es gibt viele gute Gründe, ARD und ZDF zu reformieren. Das fängt bei der Verschlankung der Apparate an, geht – in Teilen jedenfalls – auch über das Programm und hört bei mehr Kontrolle der Führungsebenen noch lange nicht auf. Aber: Die Unterhaltungsshows der öffentlich-rechtlichen Sender einfach abschaffen zu wollen, ist so falsch wie weltfremd.

Es ginge auch gar nicht so leicht. Schließlich ist im Medienstaatsvertrag festgeschrieben, dass ARD und ZDF verpflichtet (!) sind, Unterhaltung im Programm anzubieten. „Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen“, heißt es da. Der Hinweis der Jungen Liberalen, dass Unterhaltungsformate auch von Studierenden und Auszubildenden mitfinanziert werden (die sie, will man wohl zum Ausdruck bringen, nicht schauen), ist ebenso wenig durchdacht. Rentner finanzieren ja auch den Kinderkanal mit und Sportmuffel die Übertragung von Olympia. So ist das einfach in einer Gesellschaft, die sich – Gott sei Dank! – einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk für alle leistet.

Dass konstruktive Kritik wichtig ist und wirkt, zeigt übrigens ein Blick auf den 6. Mai: Die Krönung von Charles III. läuft live lediglich im Ersten ab 10.30 Uhr. Das ZDF beschränkt sich auf eine Zusammenfassung der Ereignisse um 19.25 Uhr. Geht doch.

Stefanie.Thyssen@ovb.net

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