Nord Stream: Spuren nach Russland

von Redaktion

Militärschiffe sollen kurz vor Explosion am Tatort gewesen sein

München – Bei der Suche nach den Hinterleuten des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines gibt es offenbar neue Hinweise auf eine Beteiligung Russlands. Das Portal „t-online“ berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass wenige Tage vor den Explosionen am 26. September 2022 mehrere Schiffe der russischen Marine den Flottenstützpunkt in Kaliningrad verließen und in Richtung des späteren Tatortes aufbrachen. Die Schiffe hätten über die nötige Ausrüstung verfügt, um Sprengsätze an den Pipelines anzubringen.

Dem Bericht zufolge begann die russische Ostseeflotte am 19. September mit umfangreichen Manövern, die auch als Tarnung für eine tatsächliche Mission gedient haben könnten. An dieser Übung nahmen auch Kampfschwimmer teil, die für Sprengstoff- und Sabotageaktionen unter Wasser ausgebildet sind. In den folgenden Tagen wurden dann offenbar die verdächtigen Schiffe in dem Gebiet gesichtet, an dem es wenig später zu den Explosionen kam. Sie sollen unter anderem ein Mini-U-Boot und Lastkräne zum Heben schwerer Frachten an Bord gehabt haben. Die dänische Tageszeitung „Information“ berichtet zudem, dass Dänemarks Marine mehr als 100 Fotos russischer Schiffe am Tatort besitze. Angefertigt wurden sie demnach vier Tage vor den Explosionen.

Über die Urheber des Anschlages wird seit September gerätselt. Während ein US-Nachrichtenblog im Februar den amerikanischen Geheimdienst CIA verantwortlich machte, berichteten deutsche Medien zuletzt von einer proukrainischen Gruppe, die mit einem Segelboot von Rostock aus an den späteren Tatort aufgebrochen sei und den Sprengstoff platziert habe.mb

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