Bali, die „Insel der Götter“ ist auch wegen der einzigartigen Religion dort, einer ganz besonderen Mischung aus Hinduismus und Naturverehrung, ein Touristen-Magnet. Aber es ist eben auch eine Bade- und Party-Insel. Und für so manchen Australier oder Russen ist Bali das, was für bestimmte Deutsche oder Briten Mallorca ist: Ein Ort, wo man so richtig die Sau rauslässt, wo man sich weit schlechter benimmt als daheim. Insofern ist es verständlich, dass Bali dem Treiben von Touristen, die religiöse Gefühle der Einheimischen mit Füßen treten, Einhalt gebieten will. Wobei zu bezweifeln ist, ob der australische Sauf-Touri den geplanten „Leitfaden für gutes Benehmen“ auch wirklich eingehend studieren wird…
Weit bedenklicher ist es aber, wenn die indonesische Regierung ein Gesetz plant, das außereheliche Sexualität unter Strafe stellt. Oder wenn afrikanische Staaten wie Uganda oder Ghana drakonische Strafen für Homosexuelle bis hin zur Todesstrafe erlassen. Die Kriminalisierung der Tatsache, dass ein Mensch einen anderen liebt, lässt sich nicht mit „Kultur“ oder Religion verbrämen. Das ist schlicht eine Verletzung der fundamentalen Menschenrechte. Wenn Staaten wie Uganda (mit seinem Gorilla-Tourismus) oder Indonesien viel Geld mit Urlaubern verdienen wollen, müssen sie sich der Buntheit der Welt öffnen. Touristen sollten sich gut überlegen, ob sie ihr Geld inmitten derartigen Unrechts ausgeben wollen.
Klaus.Rimpel@ovb.net