VON KLAUS RIMPEL
Dänemark hat schon vor zehn Jahren den Einbau von Öl- und Gasheizungen in Neubauten verboten. Dass Deutschland so spät dran ist beim Umstieg auf klimafreundlichere Heizungen, ist sicher nicht die Schuld der Ampel-Regierung. Aber den Vorwurf, dass diese verspätete Wärme-Wende zum Großteil auf die Schultern der Hausbesitzer und Mieter abgewälzt wird, den muss sich unsere Ampel-Regierung sehr wohl gefallen lassen.
In Deutschland werden Hausbesitzer nun zu Wärmepumpen gezwungen, die das Dreifache einer Gasheizung kosten, dabei aber je nach Dämmzustand und Alter des Hauses bei kalten Wintern nicht warm machen (so zumindest die Aussage von Heizungsbauern). In Dänemark hingegen hat der Staat die Wärmewende in die Hand genommen: 65 Prozent der dänischen Haushalte werden mit Fernwärme versorgt, die bereits zur Hälfte aus Erneuerbaren Energien erzeugt wird. Großstädte wie Kopenhagen heizen nahezu vollständig mit Wärme aus der Fernleitung.
Deutschland hingegen setzt nun auf ein gigantisches, bürokratisches Subventionssystem nach dem Gießkannenprinzip. Die Sorgen derer, die ein altes Häusl, aber wenig Erspartes besitzen, konnten Robert Habeck und Klara Geywitz gestern jedenfalls nicht zerstreuen. Entgegen den Beteuerungen der Ampel-Minister werden die hohen Dämm- und Heizungskosten Familien mit kleinen Einkommen und Rentner, die allein aus Altersgründen keinen Kredit mehr bekommen, überfordern.
Klaus.Rimpel@ovb.net