Abschluss im öffentlichen Dienst

Tariffrieden ist eine Menge wert

von Redaktion

VON CORINNA MAIER

Letzten Freitag fuhren wegen Warnstreiks keine Züge, morgen legt die Gewerkschaft Verdi mit Berlin einen weiteren Flughafen lahm – so streikintensiv war lange kein Frühjahr mehr. Immerhin: Im öffentlichen Dienst kehrt jetzt nach Wochen heftiger Tarifauseinandersetzungen Ruhe ein. Die Müllabfuhr fährt wieder zuverlässig, in Krankenhäusern und Stadtverwaltungen läuft der Betrieb wieder normal. Und das ist eine ganze Menge wert.

Wie viel, darüber lässt sich immer streiten. Doch der Kompromiss, der sich eng an einen Schlichtervorschlag anlehnt, ist gelungen. Dadurch, dass jeder Beschäftigte mindestens 340 Euro mehr bekommen wird, ist sichergestellt, dass die unteren Einkommensgruppen am meisten profitieren. Das ist besonders wichtig in einem Bereich, der Berufe vom Arzt bis zum Straßenbauer vereint. Auch die steuerfreien Sonderzahlungen helfen sofort, Löcher in den Haushaltskassen zu stopfen, die durch die rasante Inflation gerissen wurden.

Auch wenn die Kommunen als Arbeitgeber betonen, an die finanzielle Belastungsgrenze gegangen zu sein, haben auch sie ihre Verhandlungserfolge eingefahren. Bei 24 Monaten Laufzeit liegt das Inflationsrisiko bei einer Tariferhöhung um 5,5 Prozent eher auf Arbeitnehmerseite. Bleibt nur zu hoffen, dass bald auch im Verkehrsbereich Tariffrieden einkehrt – die Instrumente dafür liegen auf dem Verhandlungstisch.

Corinna.Maier@ovb.net

Artikel 1 von 11