Erneute Kandidatur rückt näher

Vorteil Biden

von Redaktion

VON FRIEDEMANN DIEDERICHS

Nach übereinstimmenden US-Medienberichten, die sich auf Quellen aus dem Weißen Haus berufen, wird Präsident Joe Biden morgen seine erneute Kandidatur verkünden. Damit ist eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse in Washington aus dem Sack. Mit seinem frühen Timing verfolgt der Demokrat vor allem zwei strategische Ziele. Das erste: schwelende Diskussionen innerhalb und außerhalb der Partei abzuwürgen, ob sein Alter – Biden wird am Wahltag 80 Jahre alt sein – und seine unübersehbaren kognitiven Schwächen einen weiteren Anlauf überhaupt rechtfertigen. Nach derzeitigen Umfragen halten zwei Drittel aller Bürger Biden nicht mehr für die richtige Person an der Spitze der Weltmacht.

Das zweite Ziel ist, innerparteilicher Konkurrenz den Wind aus den Segeln zu nehmen. Mit Robert F. Kennedy jr., dem Sohn des ermordeten Ex-Präsidentschaftskandidaten Robert Kennedy, und der Buchautorin Marianne Williamson haben sich bislang nur chancenlose Herausforderer erklärt. Bleibt es dabei, und bleibt vor allem Michelle Obama aus dem Rennen, ist die Nominierung Biden nicht zu nehmen. Die Parteiführung hat die Vorwahlen so jongliert, dass der Amtsinhaber von Anfang an seiner Favoritenrolle gerecht werden dürfte. Der Bundesstaat South Carolina, der 2020 die schwächelnde Kandidatur Bidens mit seiner afroamerikanischen Mehrheit rettete, steht diesmal mit am Anfang der Abstimmungen. Das bedeutet: Wer schnell klar führt, hinter den scharen sich Wähler und Geldgeber.

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