EU will Arzneiversorgung verbessern

von Redaktion

Großes Reform-Paket vorgelegt – Nachbesserungen gefordert

Brüssel – Mit Maßnahmen gegen Versorgungsengpässe, zu teure Medikamente und Antibiotikaresistenzen will die EU-Kommission den Arzneimittelmarkt reformieren. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides stellte am Mittwoch das lang erwartete Vorhaben vor. Es sieht unter anderem vor, Pharmaunternehmen zu verpflichten, Pläne zur Vorbeugung von Arzneimittelengpässen aufzustellen. EU-Parlamentarier bezeichneten den Reformentwurf als gute Verhandlungsgrundlage, forderten aber zugleich Nachbesserungen.

„Die Unternehmen müssen früher auf die potenziellen Engpässe hinweisen und Präventionspläne für ihre Medikamente haben“, sagte Kyriakides bei der Vorstellung. Dieser sieht auch Schritte zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen, Fördermaßnahmen für die Entwicklung neuer Antibiotika in der EU sowie einen leichteren Zugang zu preisgünstigen Medikamenten vor.

Kyriakides verwies auf die wiederkehrenden Arzneimittel-Engpässe in der Europäischen Union in den vergangenen Jahren. Besonders schwierig war die Lage während der Corona-Pandemie, wobei insbesondere Antibiotika wie Amoxicillin, aber auch alltägliche Arzneimittel wie das Schmerzmittel Paracetamol oder Fieber- und Hustensäfte für Kinder knapp wurden.

Die EU will nun bis Jahresende eine Liste wesentlicher Arzneimittel aufstellen. Auf dieser Grundlage könnte dann die Pflicht eingeführt werden, die betreffenden Medikamente zu bevorraten. Vorgesehen sind außerdem Maßnahmen, um Medikamente erschwinglicher zu machen.

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