Merkel: Keine Fehler, aber Versäumnisse

von Redaktion

Altkanzlerin mit seltenem Auftritt

Leipzig – Altkanzlerin Angela Merkel hat ihr politisches Wirken verteidigt und es abgelehnt, Entscheidungen in der Flüchtlingskrise oder der Russlandpolitik nachträglich als Fehler zu werten. Sie habe ihre Politik sehr gründlich überlegt und aus den damals gegebenen Rahmenbedingungen entwickelt, machte die CDU-Politikerin bei einer Veranstaltung der Leipziger Buchmesse klar. Auf das Drängen ihres Gesprächspartners Giovanni di Lorenzo („Die Zeit“), warum es ihr nicht liege, im Rückblick Fehler zuzugeben, antwortete sie: „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es eine befriedende Funktion hat, wenn ich jetzt etwas, was ich nicht denke, einfach sage, nur damit ich jetzt einen Fehler zugebe.“

Eine Mitverantwortung für hohe AfD-Werte vor allem in Ostdeutschland infolge ihrer Migrationspolitik lehnte Merkel ab. „Ich habe politische Situationen zu bewältigen gehabt, die zu einer Spaltung der Meinungen in Deutschland geführt haben“, sagte die 68-Jährige. Gleichwohl habe sie kein Verständnis für Menschen, die demokratische Prinzipien verletzen.

Beim Klimaschutz räumte Merkel Versäumnisse ein. Ereignisse wie die Finanz- oder Flüchtlingskrise hätten sie daran gehindert, anderen Themen mit mehr Kraft nachzugehen. Ihre Russlandpolitik und die energiepolitischen Entscheidungen, die Deutschland in eine Abhängigkeit von russischem Gas getrieben hatten, verteidigte Merkel rückblickend.

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