Einsamkeit macht krank

Mehr Rücksicht auf isolierte Menschen

von Redaktion

VON CLAUDIA MÖLLERS

Einsamkeit ist quälend. Anders als beim Alleinsein fühlt sich der einsame Mensch von allen verlassen, ausgeschlossen von sämtlichen Aktivitäten, keiner Gruppe zugehörig. Wenn sie zum Dauerzustand wird, führt Einsamkeit in die soziale Isolation, zu Krankheiten – bis hin zu einer erhöhten Sterblichkeit.

In Corona-Zeiten waren es vor allem die jungen Menschen und die ganz Alten, die unter Vereinsamung gelitten haben – und bis heute mit den Folgen kämpfen. 1,8 Millionen Menschen in Bayern fühlten sich während der Pandemie einsam. Dass Bayerns Gesundheitsministerium und das Sozialministerium gemeinsam die Folgen der Einsamkeit in den Blick nehmen, kann nur begrüßt werden. Menschen, die sich verlassen fühlen, nehmen vermehrt ärztliche Hilfe in Anspruch, um überhaupt einmal einen Menschen zu finden, der sich um sie kümmert. Vor allem bei jüngeren Menschen besteht die Gefahr, dass sie empfänglich werden für radikale Ideen.

Also gibt es genügend politische und finanzielle Argumente, um sich Menschen zuzuwenden, die einsam sind. Nicht zuletzt aber ist es eine Frage der Menschlichkeit. Da, wo Nachbarschaften funktionieren, Menschen eine Heimat gefunden haben und in Gemeinschaft leben, ist Einsamkeit auf verlorenem Posten. Einsamkeit kann jeden treffen – aber jeder kann auch etwas gegen die Einsamkeit anderer ausrichten.

Claudia.Moellers@ovb.net

Artikel 1 von 11