Die Zeiten, in denen sich die katholischen Laien von der Autorität der Bischöfe beeindrucken ließen, sind endgültig vorbei. Das zeigt die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, bei der deutliche Worte in Richtung der Bischöfe fielen, die sich gegen den deutschen Reformprozess gestellt haben. Nachdem das Projekt schließlich auf Anregung der Bischofskonferenz angestoßen wurde, erwarten die Laien, dass sich die Bischöfe auch an die Beschlüsse – etwa offizielle Segensfeiern für homosexuelle Paare – halten.
Wenn das in den Bistümern nicht umgesetzt wird, würde der „Synodale Weg“ als jahrelange Diskussionsplattform ohne Konsequenzen entlarvt. Als reine Beruhigungspille für die aufgebrachten Gläubigen. Das wäre – nachdem schon der sogenannte Dialogprozess von 2011 bis 2015 ohne Ergebnisse nur Frust hinterlassen hat – ein neuer Tiefpunkt im Verhältnis zwischen den Amtsträgern und dem Kirchenvolk. Die Bischöfe müssen sich ernsthaft die Frage stellen, wie sie in Zukunft von den Gläubigen noch ernst genommen werden wollen. Was es jetzt braucht, sind Bischöfe, die an der Seite des Kirchenvolks mutige Entscheidungen in ihren Diözesen fällen. Was müssen sie eigentlich befürchten?
Claudia.Moellers@ovb.net