München – Ungehalten über das Kirchenverständnis einiger Bischöfe und Kurienkardinäle hat sich die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, geäußert. Auf der Vollversammlung in München erklärte sie am Freitag, sie sei „wütend“ über die jüngsten Reaktionen einiger Bischöfe auf die Beschlüsse des „Synodalen Wegs“. „Wir erleben eine Kirche, in der Männer ihre Macht zementieren“, sagte sie.
Als „absolutistisches Machtsystem muss diese Kirche ein Ende finden“, so Stetter-Karp, die eine tiefgreifende Transformation forderte. Sie bestehe auch darauf, dass alle Bistümer die Beschlüsse des Reformprojekts „Synodaler Weg“ umsetzten. Sehr kritische Worte fand die ZdK-Präsidentin auch zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Wütend und erschüttert sei sie darüber, dass es keine Dunkelfeldstudie gebe.
Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte, dass die katholische Kirche das Missbrauchsproblem „glaubwürdig und abschließend“ lösen müsse, damit wieder Frieden herrsche in den Gemeinden. Es habe viel zu lange gedauert, bis die Kirche reagiert habe. Nur mit entschiedener und transparenter Aufarbeitung könne die Kirche Vertrauen zurückgewinnen.
Ablehnend äußerte sich der CSU-Vorsitzende zur Frage der Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen. Die Mehrzahl der Bundesländer sei dagegen, es sei wegen der Inflation jetzt der falsche Zeitpunkt dafür. Wie berichtet, will die Ampel-Koalition die Staatsleistungen, die sich auf jährlich rund 600 Millionen Euro belaufen, in dieser Legislaturperiode ablösen. Es geht um eine zweistellige Milliardensumme. cm/kna