Berlin – Der frühere ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat seinem Nachfolger Oleksii Makeiev ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. „Indem er alles zertrampelt, was sein Vorgänger mit Schweiß und Blut geschaffen hat, hat Herr Makeiev auch mir einen Fehdehandschuh ins Gesicht geschleudert“, sagte Melnyk, der inzwischen Vize-Außenminister in Kiew ist, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Melnyk warf seinem Nachfolger vor, seine Arbeit nicht ordentlich zu machen. „Statt auf eine arrogante Weise nervös zu werden und aus voller Kehle zu zwitschern, sollte Herr Makeiev die berechtigte Kritik aus der Hauptstadt Kiew ernster nehmen“, sagte er. „Er sollte sein Gesäß hochkriegen, bei überlebenswichtigen Themen wie deutschen Kampfjets und Kriegsschiffen sowie einem Nato-Beitritt endlich lautstark werden und Ergebnisse liefern.“
Als „unverzeihlichen Fehler“ kritisierte es Melnyk, dass Makeiev auf die traditionelle Kranzniederlegung am Ehrenmal im Tiergarten am 8. Mai verzichtete. Ein weiterer Kritikpunkt von Melnyk: „Dass Herr Makeiev eine langjährige Bitte an den Bundestag, ein Mahnmal für Millionen ukrainische Opfer der Nazi-Terrorherrschaft in Berlin zu errichten – wie für unsere polnischen Schwestern und Brüder –, in den Mülleimer geworfen hat, ist ein Schlag ins Gesicht unserer Vorfahren.“
Der neue ukrainische Botschafter Makeiev hatte seinen Posten in Berlin im vergangenen Oktober angetreten. Melnyk hatte den Botschafterposten acht Jahre bekleidet. Er war wegen seiner oft als provokativ empfundenen Äußerungen umstritten. Makeiev tritt zurückhaltender auf. » KOMMENTAR