Bayerns Kulturliste

Die „Denkpause“ hat Methode

von Redaktion

VON MARKUS THIEL

„Kein Sanierungsstau“, diese Beteuerung von Markus Blume hat etwas von Selbsthypnose. Denn natürlich offenbart seine Rangliste der Kulturprojekte, die fast nur aus Zwangsrenovierungen besteht, dass der Freistaat sehenden Auges in ein (finanzielles) Dilemma gerutscht ist – auch wenn der Kunstminister nicht für alles persönlich verantwortlich ist und das meiste vorgefunden hat.

Dass man nun noch Opfer steigender Baukosten ist, hat mit der Schneckenplanung mancher Projekte zu tun. So gibt es zum Beispiel im Falle der von einer Zwangsschließung bedrohten Münchner Musikhochschule längst ausgearbeitete Expertisen, doch soll erst heuer ein Planungsauftrag ausgesprochen werden. Die „Denkpause“, die fürs Konzerthaus am Ostbahnhof reklamiert wird, hat in Bayern offenkundig (teure) Methode.

Umso verwunderlicher ist es, dass man sich gerade bei der Saal-Planung gegen eine Zusammenarbeit mit der Stadt München sperrt. Es geht ja nicht darum, dass die Renovierung des Gasteig mit freistaatlichem Geld bezahlt werden soll. Vielmehr ist eine Abstimmung schon in der Projektierung notwendig, damit man nicht inklusive Isarphilharmonie und Herkulessaal in Überkapazitäten rutscht – oder sich mit sehr ähnlichen Konzepten einen sinnlosen Wettbewerb ums Publikum liefert.

Markus.Thiel@ovb.net

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