Jerusalem – Im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich die Spirale der Gewalt wieder beschleunigt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen am Mittwoch vier Menschen getötet, die Zahl der Todesopfer seit Dienstag stieg damit auf 19. Israelischen Angaben zufolge wurden zugleich „mehr als 60 Raketen“ aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert, auch in Tel Aviv gab es Luftalarm.
Es ist die schlimmste Eskalation der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern seit August 2022. Israel hatte angekündigt, Raketenabschussanlagen der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen anzugreifen. Kurz darauf war zu sehen, wie über dem dicht besiedelten Palästinensergebiet Rauch aufstieg. Wenige Minuten später sah ein AFP-Journalist dutzende Raketen, die von militanten Palästinensern in Richtung Israel abgefeuert wurden.
Die Lage ist seit Monaten angespannt und droht nach verstärkten Angriffen auf beiden Seiten weiter zu eskalieren. Erst am Dienstag waren bei einer Reihe israelischer Angriffe auf den Gazastreifen 15 Menschen getötet worden, drei Anführer des von Israel als Terrororganisation eingestuften Islamischen Dschihad und zwölf Zivilisten.
Nach den israelischen Angriffen am Dienstag hatte der Islamische Dschihad mit Vergeltung gedroht. Israel forderte daraufhin seine Einwohner in Grenznähe auf, sich in der Nähe von Luftschutzbunkern aufzuhalten. Auch im Gazastreifen blieben die Geschäfte am Mittwoch geschlossen.
Der Einwohner Monther Abdullah sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Menschen erwarteten „das Schlimmste“. „Alle haben Angst, und die Leute sind nicht viel auf der Straße.“ Er habe „definitiv das Gefühl, dass ein Krieg bevorsteht, und es herrscht Spannung und Angst, ob hier oder dort (in Israel)“, sagte er. afp