Berlin – Wegen mangelnder Sprachkenntnisse ist im vergangenen Jahr der Ehegattennachzug in mehr als 13 000 Fällen gescheitert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut hervor.
Wie aus den Zahlen des Auswärtigen Amtes ersichtlich, haben im vergangenen Jahr 13 607 Menschen den für den Nachzug notwendigen Sprachtest an einem Goethe-Institut im Ausland nicht bestanden. Insgesamt wurden demnach 40 165 Prüfungen absolviert. Somit fiel etwa ein Drittel der Menschen bei dem Test durch. In Äthiopien war die Durchfallquote mit 61 Prozent am höchsten. In absoluten Zahlen scheiterten in dem ostafrikanischen Land 310 von insgesamt 507 Menschen an dem Test. Auch in Ghana (55,5 Prozent) und dem Senegal (52,4) war die Durchfallquote überdurchschnittlich hoch.
Für den Nachzug aus dem Ausland müssen Eheleute in der Regel bereits vor der Einreise einfache deutsche Grundkenntnisse nachweisen. Ausnahmen gibt es für hoch qualifizierte Fachkräfte. Insgesamt haben 2022 nach Angaben des Auswärtigen Amtes 71 127 Menschen ein Visum zum Ehegattennachzug erhalten. Die meisten von ihnen kamen aus Indien (8930 Personen), gefolgt von der Türkei (8778) und dem Libanon (5006). Die Linken-Abgeordnete Akbulut nannte die Sprachanforderungen „sozial selektiv“.