Gesetz für Künstliche Intelligenz

Erste Trippelschritte Richtung Zukunft

von Redaktion

VON KATHRIN BRAUN

Die Politik erwacht aus ihrer Schockstarre. Für Modelle Künstlicher Intelligenz wie ChatGPT soll es strengere Regeln geben. Innenministerin Nancy Faeser und Arbeitsminister Hubertus Heil haben ein „Beschäftigtendatenschutzgesetz“ ausgetüftelt – es soll verhindern, dass Jobbewerber durch KI aussortiert werden. Auch persönliche Daten von Arbeitnehmern sollen geschützt werden: Chefs dürfen etwa keine Bewegungsprofile ihrer Mitarbeiter erstellen. In der großen Welt der KI-Möglichkeiten bewegen sich die SPD-Minister vorerst zwar im Klein-Klein; aber immerhin wird das Thema nicht mehr totgeschwiegen.

Es darf jetzt nicht nur beim Datenschutz-Fetisch der Deutschen bleiben. Für viele klingt es beängstigend, aber KI wird immer mehr fester Bestandteil unseres Alltags. Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass Verwaltungsaufgaben in Behörden bald Geschichte sind, Laien plötzlich Webseiten und Apps codieren können, Anwälte GmbH-Satzungen nicht mehr selbst entwerfen müssen. Das macht vieles effizienter – aber dafür muss sich die Politik auch etwas für Buchhalter, Programmierer oder Juristen überlegen, für viele Menschen, deren Jobs beeinträchtigt, geändert oder sogar gestrichen werden. Studien zufolge sind 300 Millionen Jobs weltweit gefährdet. So rasend schnell sich die Technologie verändert, so zügig müssen wir unsere Strukturen anpassen: Da geht es nicht nur um Datenschutz, sondern vor allem um Weiterbildung, Umschulung und soziale Absicherung.

Kathrin.Braun@ovb.net

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