Kosten von 4,3 Milliarden Euro, eine oft traumatisierende Herausforderung für rund 25 000 Bundeswehrsoldaten – doch am Ende des Mali-Einsatzes steht die ernüchternde Erkenntnis, dass die Sahel-Region trotz des deutschen Militär-Engagements keinen Deut sicherer geworden ist. Man macht es sich aber zu einfach, in dieser bitteren Bilanz die Bestätigung dafür zu sehen, dass derartige Auslandseinsätze generell unsinnig sind. Sowohl wegen der Gefahr eines neuen Islamisten-Staats vom Typ des Horror-Regimes in Syrien als auch wegen der damit einhergehenden Flüchtlingsbewegungen gab und gibt es gute Gründe, sich in Mali einzumischen.
Aber solch ein Einsatz braucht nicht nur den Segen der UN, sondern auch Unterstützung der dortigen Machthaber, damit Sicherheits-Fortschritte erreicht werden können. Die Militärs aber, die sich in Mali an die Macht geputscht haben, torpedieren die Bundeswehr, wo es nur geht – wohl auch, um ihren Freunden in Russland zu gefallen. Und sie hetzen die Bevölkerung gezielt gegen die UN-Truppen auf, sodass der Einsatz für die deutschen Soldaten immer gefährlicher wird. Vor diesem Hintergrund ist es richtig, dass der Bundestag nun den geordneten Rückzug aus Mali beschlossen hat. Die Minimal-Präsenz im Nachbarstaat Niger signalisiert immerhin, dass die EU die leidgeplagte Sahelzone nicht einfach Islamisten und Wagner-Söldnern überlassen will.
Klaus.Rimpel@ovb.net