Berlin/München – Eine Woche nach einer großangelegten Razzia gegen die Klimaschutzgruppe Letzte Generation haben gestern Protestmärsche in mehreren Städten stattgefunden. In Berlin wollten Demonstranten zum Kanzleramt ziehen, um Olaf Scholz (SPD) einen Brief zu übergeben. Darin wird Scholz aufgefordert, einen gelosten Gesellschaftsrat einzuberufen. Das Gremium soll dann Maßnahmen erarbeiten, wie Deutschland bis 2030 die klimaneutral werden kann – dann wolle die Gruppe ihren Protest beenden.
Der Protestmarsch mit mehreren Hundert Menschen in Berlin wurde allerdings laut Polizei weit vor dem Ziel beendet. Einem Marsch in Mainz schlossen laut Polizei rund 110 Teilnehmer an. Außerdem kam es zu Protesten in Hamburg, Köln, Leipzig und Hannover. Ab sofort soll es vor allem mittwochs zu Demonstrationen kommen. Carla Rochel, Sprecherin der Letzten Generation, erklärte: „Es wäre uns allen lieber, wenn eine Lösung im Gespräche gefunden werden würde und uns weitere Sitzblockaden erspart blieben. Auch wenn es gerade mehr Menschen denn je gibt, die sich der Letzten Generation anschließen.“
Nach der umstrittenen Razzia bei Mitgliedern der Letzten Generation will nun ein politisches Bündnis unter anderem gegen Ministerpräsident Markus Söder, Justizminister Georg Eisenreich und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Strafanzeige stellen. Das Bündnis aus diversen Bürgerinitiativen und der Linken wirft ihnen Verleumdung und Beleidigung vor.