Babler: „Was für ein SPÖ-Theater“

von Redaktion

Rücktritt nach beispielloser Zählpanne in der Wahlkommission

Wien – Chaostage bei der SPÖ: Nach dem Auszähl-Debakel bei der Vorsitzenden-Wahl der österreichischen Sozialdemokraten ist die Sprecherin der Wahlkommission, Michaela Grubesa, zurückgetreten. Die 34-jährige Abgeordnete aus der Steiermark, Studentin der Rechtswissenschaften, hatte einen falschen Parteivorsitzenden bekannt gegeben und sich zwei Tage später korrigiert.

Nach Lage der Dinge ist nun Andreas Babler der rechtmäßige SPÖ-Vorsitzende, der ursprünglich zum Sieger erklärte Hans Peter Doskozil hat sich in die Burgenländer Regionalpolitik zurückgezogen. In Österreich wird seit Montag kontrovers diskutiert, ob es sich bei der Auszähl-Panne um ein Versehen gehandelt hat. Grubesa, die Doskozils Umfeld nahesteht, entschuldigte sich öffentlich bei allen Beteiligten und sprach von einem technischen Fehler in einer Excel-Tabelle, in der zwei Spalten vertauscht wurden. Ihren Rücktritt begründete sie mit dem Versäumnis, am Parteitag in Linz das Ergebnis nicht gründlicher kontrolliert zu haben.

Am Dienstag ließ die SPÖ die gut 600 Stimmzettel ein weiteres Mal nachzählen; bisher kam bei jeder Zählung ein neues Resultat heraus, jeweils um ein, zwei Stimmen verändert. Nun wurde ein Notar beigezogen. Demnach hat Babler 317 Delegiertenstimmen erhalten, Doskozil 280, ungültig waren diesmal fünf.

Babler nahm die Wahl erneut an. „Die SPÖ liegt gerade ziemlich am Boden“, es sei ein „Theater“. Künftig müsse man den Vorsitzenden von allen Mitgliedern direkt wählen lassen und „die SPÖ mit Demokratie durchlüften“. Er kündigte eine landesweite Tour vor Sommer an.  cd

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