Afrika-Friedensmission in Kiew

Raketen statt Diplomatie

von Redaktion

VON KLAUS RIMPEL

Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass afrikanische Staaten Frieden in Europa stiften wollen – was allein zeigt, wie sehr sich die Welt verändert, kennt man derartige Friedensmissionen doch bisher nur umgekehrt von westlichen Staaten in Afrika. Doch großen Anlass für Optimismus bietet die Reise leider nicht: Die Tatsache, dass Russland Kiew beschoss, während die afrikanische Delegation dort weilte, zeigt, was Wladimir Putin von solchen diplomatischen Initiativen hält: nichts.

Die afrikanischen Staaten haben aus mehreren Gründen ein Eigeninteresse an einem baldigen Ende des Krieges: Die Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise treffen den Kontinent hart – die Überflutung großer Teile der ukrainischen Anbaugebiete wird den Druck auf die Nahrungsversorgung weiter erhöhen. Aber Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa will mit seiner Reise nach Kiew und Moskau auch ein Signal an die USA setzen: Washington droht angesichts von Plänen Pretorias zu Waffengeschäften mit Moskau, Südafrika von Zollerleichterungen auszuschließen. Dass Ramaphosa nun vor Putins Raketen Schutz in einem Hotel-Bunker suchen musste, bringt den Kreml-Helfer vielleicht zum Nachdenken.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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