AOK, DAK und IKK … Es gibt in Deutschland so viele Krankenkassen, dass die Fantastischen Vier daraus fast einen neuen Abkürzungs-Hit im Stile ihres einstigen Chart-Erfolgs „MfG“ zusammenbasteln könnten. Und weil für jede dieser Kassen Menschen bezahlt werden müssen, die sie führen und verwalten, ist VdK-Chefin Verena Bentele der Meinung, dass sich hier doch eigentlich prima etwas einsparen ließe.
Unrecht hat Bentele damit nicht. Zwar verweist die Branche gerne darauf, dass der Wettbewerb Innovationen fördert und letztlich den Versicherten zugutekommt. Allerdings erscheinen die Unterschiede zwischen den Angeboten in der Realität doch oft zu gering, als dass dieses Argument alleine die Existenz von noch immer 96 verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen rechtfertigen würde. Etwas weniger wäre hier sicherlich mehr.
Gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen zu glauben, dass sich allein auf diese Weise die Milliardenlöcher stopfen ließen, die in den deutschen Gesundheitsfinanzen klaffen. Über 95 Prozent der Krankenversicherungs-Ausgaben fließen nicht etwa in die Verwaltung, sondern in Leistungen. Die Alterung der Gesellschaft und der – ja eigentlich erfreuliche – medizinische Fortschritt sorgen dafür, dass die Kosten immer schneller steigen. Das und die sich zuspitzende Personalnot sind die weit größeren Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen.
Sebastian.Horsch@ovb.net