Kiew – Patron ist nur ein kleiner Jack Russell Terrier – aber in der Ukraine ist er ein großer Star: Der Minensuchhund, der schon hunderte Blindgänger erschnüffelt und damit unzählige Menschenleben gerettet hat, ziert nicht nur Briefmarken und Taschen und hat mehr als hunderttausend Follower bei Instagram. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Patron und seinen Betreuer Mykhailo Illiev im vergangenen Jahr sogar mit dem militärischen „Orden für Courage“ geehrt.
Auch bei den Filmfestspielen in Cannes, wo traditionell auch der beste Film-Hund geehrt wird, bekam Patron – in Abwesenheit, „weil er zu Hause gebraucht wird“ – einen Ehrenpreis. Der dreijährige Hund ist sehr gut darin, selbst unter extremen Bedingungen wie Raketenbeschuss Minen zu erschnüffeln. Sobald Patron eine Mine aufgespürt hat, bellt er oder setzt sich vor die Minen, um seinem Betreuer zu zeigen: Hier befindet sich ein Sprengkörper. Inzwischen arbeitet der kleine Hunde-Held aber auch als Lehrer: Unterstützt vom Kinderhilfswerk Unicef besucht Patron mit seinem Betreuer Schulen, um ukrainische Kinder über die überall lauernde Gefahr durch Minen aufzuklären. „Patron versteht es, Kinder in schwierigen Zeiten zu ermutigen und zu trösten“, sagt Murat Sahin, der Unicef-Vertreter in der Ukraine. „Ihn zu streicheln und mit ihm zu sprechen, hilft den Kindern, Stress zu überwinden und ihre Stimmung zu verbessern.“
Vor allem aber soll Patron (was übersetzt „Schutzherr“ bedeutet) helfen, den Kindern bald wieder ein normales Leben ohne Angst vor Minen zu ermöglichen: „Sie sollen zur Schule gehen können, am Fluss spazieren oder mit Freunden und Freundinnen Ball spielen“, wünscht sich Patrons Herrchen Mykhailo Iliev.