CSU München will Umschwung herbeiführen

von Redaktion

Bei den vergangenen drei Wahlen lagen die Grünen in der Landeshauptstadt vorne

München – Das primäre Ziel für die Landtagswahl ist klar: CSU-Bezirkschef Georg Eisenreich will seine Partei wieder zur stärksten Kraft in München machen. Bei den vergangenen drei Wahlen zum Landtag (2018), zum Stadtrat (2020) und zum Bundestag (2021) hatten die Grünen der CSU in der Landeshauptstadt jeweils den Rang abgelaufen. Und 2018 holten die Grünen – besonders ärgerlich für die Christlich-Sozialen – sogar mehr Direktmandate in der bayerischen Metropole.

Eisenreich und seine fünf Stellvertreter Josef Schmid, Manuel Pretzl, Evelyne Menges, Kristina Frank und Annamaria Spiegel wurden gestern Abend beim Bezirksparteitag der CSU wiedergewählt. Der bayerische Justizminister behauptete, man werde den Wettstreit gegen die Grünen führen, und sich zugleich gegen Rechtsaußen abgrenzen. Die Politik der Ampel in Berlin bezeichnete Eisenreich als wirtschaftsfeindlich und unsozial. Auf die Münchner Stadtpolitik bezogen, tadelte er das Dieselfahrverbot als „Unding“.

Die nächste Wahlperiode des CSU-Bezirksvorstands wird auch von der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für die OB-Wahl 2026 geprägt sein. Als Favorit gilt der Fraktionschef im Stadtrat, Manuel Pretzl. Auch dessen Stellvertreter Hans Theiss sowie Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner werden als Namen gehandelt. Wer auch immer für die CSU antritt – er wird gegen den Platzhirsch Dieter Reiter (SPD) einen schweren Stand haben.

Dass der überhaupt eine weitere Chance bekommt, hat er Markus Söder (CSU) zu verdanken. Der Ministerpräsident hatte entschieden, dass die Altersgrenze für Bürgermeister in Bayern fallen soll – nicht zuletzt, um eine grüne Oberbürgermeisterin Katrin Habenschaden zu verhindern. Damit hat er sich in München nicht nur Freunde gemacht. Söder war im Übrigen gestern Hauptredner beim Bezirksparteitag.

Der bayerische Ministerpräsident bezeichnete die Münchner Grünen gestern Abend als die „abgehobenste Partei, die ich jemals gesehen habe“. Die Stadt werde von den Grünen bevormundet, behauptete er – trotz eines roten OB. Söder sprach dem Bezirksverband Mut zu: „Wenn es in Berlin gelingt, das die CDU stärkste Kraft wird, werden wir das in München wohl auch erreichen.“ Söder fügte an, er wolle die bayerischen Grünen auch nicht in der Staatsregierung. Sie stünden für „miese Laune, Umerziehung und Verbote, Verbote, Verbote“.

KLAUS VICK

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