München – Bei den Ermittlungen zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 gibt es eine neue Spur. Während Ermittler zuletzt von ukrainischen Hinterleuten ausgingen, weisen Recherchen des Senders RTL in eine andere Richtung. Demnach wurde die Segelyacht, die bei dem Sabotageakt eine Rolle spielte und auf der deutsche Ermittler später Sprengstoffreste fanden, von einer polnischen Reiseagentur gechartert, deren Mitbesitzerin die russische Staatsbürgerschaft hat. Bisher war immer die Rede davon gewesen, dass die Agentur in ukrainischem Besitz sei.
Die Frau, die angeblich auf der von Moskau annektierten Krim lebt und dort bei der Durchführung von Wahlen geholfen haben soll, halte sich aktuell in Russland auf, berichtet RTL. In Sozialen Medien hat sie vor wenigen Wochen Bilder verbreitet, die sie in Krasnodar zeigen. Das wäre ungewöhnlich, sofern sie tatsächlich in die Sprengung der Pipelines involviert wäre – es sei denn, die Aktion wäre in Moskau geplant worden.
„Russland war an diesem Anschlag beteiligt“, sagt CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter in dem Beitrag. Nicht zuletzt den Aufenthalt der Frau wertet er als Indiz. „Sie könnte sich nicht in Russland frei bewegen, wenn sie gegen den Staat gehandelt hätte.“ Kiesewetter hofft, dass der Generalbundesanwalt in diese Richtung ermittelt: „Das muss rechtlich aufgearbeitet werden.“