Beginn der Sommerferien

Ab in den Süden!

von Redaktion

VON MIKE SCHIER

Es wirkt nur auf den ersten Blick seltsam: Noch während Feuerwehrler, Anwohner und Freiwillige auf Rhodos verzweifelt gegen die Flammen kämpfen, flehen die Nachbarn nur ein paar Kilometer weiter die Nordeuropäer an: Storniert euren Urlaub nicht! Kommt nach Griechenland! Wer kurz nachdenkt, realisiert: Für das eben halbwegs genesene Krisenland sind die Brände weit jenseits der zerstörerischen Flammen verheerend – am Tourismus hängen 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und noch mehr Prozent der einfachen Leute.

Deshalb ist es auch sehr selbstgerecht, wie nun in Deutschland aus dem Nieselregen heraus manche den klimabedingten Niedergang des südeuropäischen Tourismus verkünden. Gesundheitsminister Karl Lauterbach twitterte sogar während des Italienurlaubs: „Eine Ära geht zu Ende.“ Eine Unverschämtheit! Man stelle sich vor, der US-Wirtschaftsminister würde sich vor das Hofbräuhaus stellen und Gleiches über die Autoindustrie verkünden. Auch die hat ihre Probleme – aber Abgesänge befreundeter Staaten gehören sich nicht.

Heute beginnen in Bayern die Sommerferien. Und entgegen Lauterbachs Unkenrufen werden sich wieder Hunderttausende auf den Weg über den Brenner machen. Trotz Klima-Klebern fliegen sie auch nach Mallorca und – ja – hoffentlich auch nach Griechenland. Der Klimawandel ist nicht zu leugnen, aber er trifft eher die örtliche Landwirtschaft und Wasserversorgung. Den Cocktail am Pool aber können Urlauber noch viele Jahre in aller Regel sorgenfrei genießen. Auch bei Hitze. Wer den südlichen Ländern Europas helfen will, der sollte genau dies tun.

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