Militär übernimmt Macht in Niger

von Redaktion

Präsident gestürzt – Nachbarstaaten lehnen neue Führung ab

Niamey – Weitere Destabilisierung in der Sahelzone: Im westafrikanischen Niger haben Angehörige des Militärs geputscht und den Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt. In einer Fernsehansprache von Oberst Amadou Abdramane hieß es, die „Verteidigungs- und Sicherheitskräfte“ hätten „entschieden, dem Regime ein Ende zu setzen“.

Alle Institutionen des Landes würden „bis auf Weiteres“ außer Kraft gesetzt, die Grenzen geschlossen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, verkündete Abdramane. Als Grund für den Staatsstreich nannte er die Verschlechterung der Sicherheitssituation, die schwache Wirtschaft und die Regierungsführung Bazoums. Das Militär stellte sich auf die Seite der Putschisten und warnte vor jeglicher Intervention aus dem Ausland. Medien veröffentlichten zudem eine Mitteilung, der zufolge sich auch Oppositionsparteien hinter die Putschisten stellen. Unklar blieb zunächst, um welche Parteien es geht.

Präsident Bazoum rief derweil zum Erhalt der demokratischen Errungenschaften des Landes auf. „Alle Nigrer, die Demokratie und Freiheit lieben, werden dafür sorgen“, twitterte er. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas kritisierte den Putsch „auf das Schärfste“. Bazoum sei „weiterhin der von der Ecowas anerkannte legitime und rechtmäßige Präsident“, hieß es. Der Putsch stehe „in völliger Verletzung der demokratischen Grundsätze, auf denen die Verwaltung der politischen Macht in der Ecowas-Region beruht“.

Sorge herrscht auch im Auswärtigen Amt. Außenministerin Annalena Baerbock telefonierte am Donnerstag mit ihrem nigrischen Kollegen Hassoumi Massoudou und forderte die umgehende Freilassung des Präsidenten.

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