„Durchbruch“ bei Kraftwerken

Der teure Plan hängt in der Luft

von Redaktion

VON CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Wie schön, dass sich Robert Habeck so sicher ist, dass ihm in Brüssel ein „Durchbruch“ gelungen ist im Streit ums deutsche Stromsystem. Die EU-Kommission ist da in ihrer Bewertung sehr viel zurückhaltender. Und ob man das nun mag oder nicht, ob man die Kommissionsbeamten für demokratisch legitimiert hält oder nicht – die Behörde hat enorme Macht bei der Entscheidung über Milliarden-Beihilfen. Das haben, Stichwort Landesbank und Söder, schon andere Politiker bitter gespürt.

Als rechtssichere Grundlage zum Aufbau der neuen subventionierten Gas-und-bald-Wasserstoffkraftwerke taugt das nicht. Dabei drängt die Zeit. Der Angriff auf die Ukraine, der Anti-Atomkraftkurs der Ampel und der fatale Russengas-Kurs ihrer Vorgänger haben die deutsche Energiepolitik in eine hässliche Lage gebracht. Stromlücken werden mit importiertem französischem Atomstrom gefüllt oder mit stinkenden Kohlemeilern; der Kohleausstieg 2030 im Rheinischen Revier wackelt längst. Habecks neue Kraftwerke sind Luxusgeschöpfe, die nur laufen, um die Spitzenlast abzudecken. Die Milliardenkosten teilen sich dann ja Steuerzahler und Stromkunden – also wir alle. Vermutlich gibt es inzwischen kaum einen anderen Ausweg mehr, aber jeder „Durchbruch“-Jubel bleibt einem da im Hals stecken.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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