Es ist kein Zufall, dass sich der islamistische Terror in einer der ärmsten Regionen der Welt festgekrallt hat: In der ohnehin schon unter Trockenheit und Hunger leidenden Sahelzone verschärft der Klimawandel die Not. Der Anschluss an Islamisten-Kämpfer wirkt da für viele junge Männer wie ein attraktives Zukunftsmodell. Die Putsche in Mali, Burkina Faso und nun in Niger sind auch Folge der traurigen Erkenntnis, dass die Sicherheitslage in der gesamten Region trotz des von der Bundeswehr unterstützten UN-Einsatzes nicht verbessert werden konnte. Dass nun auch die letzte demokratisch gewählte Regierung des Sahel durchs Militär gestürzt wurde, ist eine weitere Niederlage für die Bemühungen, die Region durch Demokratie und westliche Hilfszahlungen zu stabilisieren.
Afrikas Staatengemeinschaft ist bemüht, nicht länger Spielball des Westens, Chinas und Russlands zu sein. Die Ecowas-Drohung, mit Militärgewalt gegen die Putschisten vorzugehen, soll signalisieren: Wir können das selbst regeln! Aber wenn die Ecowas-Staaten wirklich Truppen nach Niger entsenden und Mali und Burkina Faso ihrerseits die Putschisten militärisch unterstützen, droht ein Flächenbrand. Dann wird sich doch wieder die Frage stellen, ob der Westen sich raushalten kann. Gerade Frankreich, das auf Uran aus Niger angewiesen ist, wird Druck machen, nicht auch noch diesen Staat den russischen Wagner-Söldnern zu überlassen.
Klaus.Rimpel@ovb.net