Reisewarnung für Niger

von Redaktion

Paris hat mit Evakuierung begonnen – Baerbock dankt für Hilfe

Berlin/Niamey – Das Auswärtige Amt hat nach dem Militärputsch in Niger eine Reisewarnung ausgesprochen und rät zur Ausreise aus dem westafrikanischen Land. Alle Deutschen dort sollten prüfen, ob ihr Aufenthalt weiter notwendig sei, und gegebenenfalls die nächste Ausreisemöglichkeit nutzen, hieß es aus dem Ministerium nach einer Sitzung des Krisenstabes. In Niger halten sich knapp 100 deutsche Zivilisten auf.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) dankte ihrer französischen Amtskollegin Catherine Colonna dafür, dass Paris auch Deutsche ausfliegen will. Zwar ist der Betrieb auf dem Flughafen der nigrischen Hauptstadt Niamey noch bis einschließlich Freitag untersagt. Frankreich bekam aber die Erlaubnis, mit drei Maschinen zu landen. Am Dienstagabend verließ der erste Evakuierungsflug mit 260 Menschen das Land. Ob auch Menschen aus anderen EU-Ländern an Bord waren, blieb vorerst unklar.

Baerbock wies darauf hin, dass die Militärs in Niger auch eine Woche nach Beginn des Putsches versuchten, an der Macht festzuhalten, obwohl sie international isoliert seien. Sie begrüße die Bemühungen von Afrikanischer Union und der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas um eine politische Lösung. „Die Menschen in Niger verdienen eine demokratische Zukunft.“

In Niamey wurden laut der Deutschen Presse-Agentur seit dem Morgen die dort lebenden Deutschen über die Möglichkeit zur Ausreise informiert. Wiederholt wurde geraten, sich auf der Krisenvorsorgeliste ELEFAND („elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“) zu registrieren. Auf dem Lufttransportstützpunkt in Niamey sind auch mehr als 100 deutsche Soldaten stationiert.

Artikel 8 von 11