Eine Milliardensumme sowie eine Freilassung mehrerer Iraner als Gegenleistung für fünf Amerikaner, die in Teheran seit Jahren festgehalten wurden. Wieder einmal hat eine Diktatur ihr Ziel mit der bekannten Strategie erreicht. Man setzt ausländische Staatsbürger unter erfundenen Vorwürfen fest, um später enorme Summen zu kassieren – gepaart mit der Freisetzung von Spionen oder anderen Bösewichten. Auch Moskau betreibt dieses böse Spiel. Der letzte Coup war der Austausch eines Waffenschiebers gegen eine US-Basketballspielerin. Kurz danach schnappte sich Russland einen Reporter des „Wall Street Journal“ als Verfügungsmasse.
Gleich zweimal hat sich nun die Biden-Regierung auf diese schlechten Deals eingelassen. Was zu der Frage führt: Wie kann dieser Spuk der Schurkenstaaten beendet werden? Ein erster Schritt wäre klarzumachen: Wer in den Iran oder Russland reist, tut dies auf eigene Gefahr – und wird nicht ausgetauscht werden. Damit würde den Diktaturen der Nährboden für diese Aktionen entzogen. Auch gäbe es natürlich die Option, iranische oder russische Staatsbürger in den USA als Faustpfand festzusetzen. Doch damit würde sich Washington auf das Gangster-Niveau von Teheran und Moskau begeben. Wesentlich effektiver wäre also eine Kampagne, Länder ganz zu „verbotenen Zonen“ für die eigenen Staatsbürger zu erklären. Ein erster – und vor allem legaler – Schritt.
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