Pläne gegen Jugendgewalt

Die Politik muss tiefer ansetzen

von Redaktion

VON ANDREAS THIEME

Politiker verschiedener Parteien werden nicht müde zu erwähnen, wie sicher der Alltag für die Bürger in Bayerns Landeshauptstadt ist. Doch zur Wahrheit gehört auch: Es gibt eine aktuelle Entwicklung in München, die mehr als beängstigend ist. Immer mehr jugendliche Intensivstraftäter begehen brutale, teils lebensgefährliche Verbrechen – Raubüberfälle, Messerattacken, Massenschlägereien. Teilweise noch gefilmt mit dem Handy.

Folgerichtig also, dass Bayerns Justizminister Georg Eisenreich jetzt härtere Strafen fordert und diese Täter in schlimmeren Fällen für drei Monate in Arrest stecken will – und nicht mehr nur vier Wochen, wie das Gesetz bisher erlaubt. Das mag für die Zukunft ein wenig mehr Abschreckung für die aktuell 81 Intensivtäter sein, die die Münchner Polizei listet – doch abhalten wird es junge Kriminelle wohl kaum. Hier muss tiefer angesetzt werden. In der Schule, in Vereinen, in der Familie.

Denn die Frage bleibt: Wie kommen Schüler überhaupt an Waffen wie Messer und Macheten, mit denen zuletzt zugestochen wurde? Hier beginnt das Problem: durch ihren Umgang und fehlende Werte. Beides wird nicht durch Strafandrohungen verändert, sondern durch permanente Betreuung – zur Not durch polizeiliche Beobachtung und dann erst durch Sanktionen. Mehrere Projekte stellte die Staatsanwaltschaft München I dazu am Freitag vor. Motto: Unterstützend, wenn es geht. Aber knallhart, wenn’s sein muss. Das ist der richtige Weg.

Andreas.Thieme@ovb.net

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