Kreml will allein ermitteln

von Redaktion

Moskau: Jet-Absturz womöglich kein Unfall – Sechs Tote in Kiew

Moskau/Kiew – Russland lehnt eine internationale Untersuchung zum Absturz des Privatjets von Söldnerchef Jewgeni Prigoschin ab. Eine Beteiligung ausländischer Strukturen an der Aufklärung sei nicht möglich, weil auch wegen einer gezielten Tat ermittelt werde, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Interfax. Er reagierte damit auf Berichte, nach denen Russland Brasilien eine Absage erteilt habe, an den Ermittlungen teilzunehmen. In Brasilien sitzt der Hersteller Embraer, dessen Jet vor einer Woche abgestützt war.

„Es ist offensichtlich, dass verschiedene Versionen in Erwägung gezogen werden, einschließlich der Version (…) einer absichtlichen Grausamkeit“, sagte Peskow. Gemutmaßt wird, dass an Bord der Maschine ein Sprengsatz detonierte oder eine Flugabwehrrakete das Flugzeug zum Absturz brachte. Der Westen und Teile der russischen Öffentlichkeit gehen davon aus, dass der Kreml selbst hinter der Tat steckt. Peskow wies eine Beteiligung Wladimir Putins zurück. „Lassen Sie uns auf die Ergebnisse warten.“

Bei russischem Beschuss auf die Ukraine sind indes mindestens sechs Zivilisten getötet und mehr als 15 weitere verletzt worden. Laut ukrainischen Behörden setzte das russische Militär dabei Marschflugkörper, Drohnen und Artillerie ein. Betroffen waren mehrere Regionen im ganzen Land. Alleine in der Hauptstadt Kiew und der umliegenden Region wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Opfer gab es auch in den ukrainisch kontrollierten Gebieten der umkämpften Region Donezk im Osten des Landes.

Artikel 6 von 11