Libreville – Wenige Tage nach der Wahl in Gabun hat die Armee die Macht in dem zentralafrikanischen Land an sich gerissen. Die Abstimmung, die Präsident Ali Bongo Ondimba im Amt bestätigt hatte, sei gefälscht, sagte eine Gruppe von Offizieren, die sich „Komitee für den Übergang und die Wiederherstellung von Institutionen“ nennt. Zum Übergangspräsidenten sei einstimmig General Brice Oligui Nguema. Oligui ernannt worden, sagte ein Offizier im Fernsehsender Gabon 24 verlesenen Erklärung. Wie lange die Übergangszeit dauern soll, ist unklar. Oligui ist der Chef der Republikanischen Garde.
Der mehr als 50 Jahren autokratisch regierenden Bongo-Familie wird seit Langem Korruption vorgeworfen. Sie gilt als eine der reichsten Familien der Welt, besitzt eine private Flugzeugflotte, etliche Luxusautos und soll dutzende Residenzen in Frankreich im Wert von vielen Millionen Euro besitzen.
Wenige Stunden vor dem Putsch wurde der 64-jährige Bongo zum Sieger der Wahl erklärt, mit 64,27 Prozent der Stimmen. Herausforderer Albert Ondo Ossa erhielt 30,77 Prozent. es wäre Bongos dritte Amtszeit gewesen. Er hatte das Amt 2009 von seinem Vater Omar Bongo übernommen, der von 1967 bis zu seinem Tod regiert hatte.
Neben den Vereinten Nationen verurteilte auch die Afrikanische Union (AU) den Putsch. Man verfolge die Situation mit großer Sorge, erklärte der Chef der AU-Kommission, Moussa Faki. Der Putschversuch stelle einen eklatanten Verstoß gegen die rechtlichen und politischen Grundsätze der AU dar. Zuletzt hatten Militärs in Niger geputscht, davor in Mali, Burkina Faso und Guinea.